Transport und Logistik von Solarmodulen

Innerhalb der PV-Branche gilt China als besonders große Inspiration. Als Nation mit der größten Bevölkerung und dem größten CO2-Fußabdruck geht China mit einer klaren Entschlossenheit, in erneuerbare Energien zu investieren und diese zu entwickeln, voran. Nach Angaben der China Photovoltaic Industry Association (CPIA) wird das Land im Jahr 2020 etwa 40 Gigawatt (GW) an neuer Solarenergie in Betrieb nehmen, wodurch sich die gesamte installierte Solarkapazität auf 240 GW erhöhen wird. Diese PV-Kapazität reicht aus, damit China seine marktführende Position beibehält. Hierbei nimmt der chinesische Markt über 35 % der gesamten globalen Installationen ein. 

Darüber hinaus werden laut der Internationalen Energieagentur (IEA) mehr als 60 % der weltweiten Solarmodule in China hergestellt. Von den 10 größten Solarmodulherstellern haben 6 ihren Hauptsitz in China.  

Während der PV-Markt in Europa stetig wächst (das Jahr 2020 ist das beste seit 2011), werden die meisten der in der Europäischen Union installierten Solarmodule aus China importiert.  

Es ist bekannt, dass das Material aus erneuerbaren Energien innerhalb der einzelnen Container sehr sperrig sein kann, sodass in den meisten Fällen eine große Anzahl von Containern für den Transport in die jeweiligen Kontinente notwendig sind. Im Durchschnitt dauert es 1 1/2 Jahre, bis solche Projekte aufgrund der sozioökonomischen, ökologischen und behördlichen Faktoren realisiert werden können.  

90 % der Transporte basieren auf dem DAP-Konzept und erfordern einen Tür-zu-Tür-Service mit effizienter Abwicklung in allen Phasen des Projekts. Von der Abholung in der Fabrik über die Lagerung bis hin zur Lieferung auf den jeweiligen Bauernhof oder in ein Kraftwerk ist hier alles mit inbegriffen. Zudem muss hierbei stets die am besten geeigneten Transportmethoden berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass in den meisten Fällen ein spezielles Projekt-Cargo-Handling erforderlich ist.  

Was ist mit dem Transport und der Logistik von Solarmodulen aus China in die Europäische Union verbunden? Lesen Sie weiter, um es herauszufinden.  

Welche Etappen durchläuft der Transport von Solarmodulen von China nach Europa?  

  1. Verladung von der Fabrik zum Containerterminal im Ursprungsland.  
  2. Transport auf dem Seeweg zum Zielort.  
  3. Empfang des Containers am Zielort und Transport zu einem lokalen Lager.  
  4. Transport der Paletten ins Lager und auf den LKW.  
  5. Transport vom Lager zum Endkunden.  

Selbst die hochwertigsten PV-Paneele und -Anlagen können aufgrund schlechter Logistik verkratzt oder irreparabel beschädigt werden. Dies darf normalerweise nicht passieren, denn schlechte und unzuverlässige Logistik führt zu finanziellen Verlusten und schadet Ihrem Ruf. Hinzu kommt, dass in manchen Fällen feine Beschädigungen mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber ernsthafte Probleme und Schäden an der Anlage verursachen können.  

Die Abwicklung der Logistik von Solarmodultransporten kann komplex sein. Im Folgenden erläutern wir die grundlegenden Abgrenzungen und wichtigen Aspekte der Solarmodul-Logistik.  

Kontrolle des Versands  

Einige Hersteller bieten Ihre Hilfe in Bezug auf den Versand der Module von ihrer Fabrik zum Zielhafen an. In der Regel ist es besser, den Versand in Eigenregie abzuwickeln – von Anfang bis Ende – als sich auf einen Solarmodulhersteller zu verlassen, der die Logistik übernimmt. Eigenes Arrangement bedeutet, eine kompetente Spedition zu beauftragen.  

Die Vorteile der Beauftragung eines eigenen Spediteurs  

Laut dem Geschäftsführer von BTS Logistics gibt Ihnen die Beauftragung eines Spediteurs eine bessere Kontrolle über die Lieferung. Spediteure arbeiten sowohl für Hersteller als auch für Importeure. Ihr Service und ihre Art der Abwicklung bleiben während des gesamten Prozesses auf dem gleichen Niveau. Bei DDP-Lieferungen hat der Hersteller immer den Spediteur als Ansprechpartner für den Importeur.  

Wenn Importeure ihren eigenen Spediteur nutzen, arbeitet der Spediteur außerdem für sie und handelt im Namen und im Interesse ihrer Kunden.  

Zudem können Importeure, die ihren eigenen Spediteur nutzen, selbständig entscheiden, eine angemessene Versicherung für ihre Sendung abzuschließen. Der eigenverantwortliche Abschluss einer geeigneten Versicherung ist jedoch dann nicht möglich, wenn Hersteller die Logistik komplett selbst abwickeln. 

Mit einem eigenen Spediteur können die schnellsten Versandrouten nach ihren Anforderungen und Zeitplänen gewählt werden. Im gesamten Logistikprozess fallen nur echte Kosten an und es gibt keinen zusätzlichen (versteckten) Gewinn für den Hersteller.  

Bietet der Hersteller jedoch einen Kredit/Stundung für die Restzahlung einer Lieferung an, so können wir hier empfehlen, die Logistik vom Hersteller abwickeln zu lassen.  

Was ist bei der Auswahl des richtigen Spediteurs zu beachten?  

Folgendes Zitat kann dem Geschäftsführer von BTS Logistics entnommen werden: “Da die Margen klein sind, ist der Preis wichtig, aber daneben ist der Service das Zweitwichtigste für die Importeure.”  

Folgende Anforderungen sollten bei der Auswahl des richtigen Spediteurs erfüllt sein:  

  • Englischsprechendes Personal vor Ort (eigenes Personal, kein Agent)  
  • Ein zentraler, rund um die Uhr erreichbarer Ansprechpartner  
  • Vertrautheit mit Solarmodulen  
  • Vermittlung durch einen vertrauenswürdigen Kontakt  
  • Kreditvereinbarungen  

Grundlagen der Verpackung von Solarmodulen  

Kisten, Paletten und Behälter  

Solarmodule werden in der Regel innerhalb einer Box entweder horizontal oder vertikal gestapelt. Die einzelnen Module werden durch Trennwände voneinander abgetrennt und mit Schutzvorrichtungen an den jeweiligen vier Ecken jedes Modulstapels angebracht. In einigen Fällen werden die Module auch in einzelne Kartons verpackt, die dann in einen großen Hauptkarton gepackt werden.  

Im nächsten Schritt wird der Karton auf der Palette versiegelt und festgeschnallt. Eine im Nachgang befestigte Plastikfolie umhüllt den Karton. Die verpackten Solarmodule werden anschließend in der Regel auf Paletten über den Ozean verschifft, die im Durchschnitt 28-30 Module enthalten und – je nach Bestellmenge – mit ein paar zusätzlichen Modulen in extra kleinen Kartons gestapelt werden.  

Es gibt drei gängige Modelle von Containern, die für den Versand verwendet werden:  

  •  20’GP = 20’DV = 20FT = 20′ = 20 Fuß für allgemeine Zwecke 
  •  40’GP = 40’DV = 40FT = 40′ = 40 Fuß für allgemeine Zwecke  
  •  40’HC = 40’HQ = 40 Fuß hoher Kubikzahl  

Der 20″-Container ist ideal, wenn man Warentransporte mit kleinem Volumen durchführt. Je nach Typ des Solarpanels (60 Zellen / 72 Zellen) variiert die Tragfähigkeit. 60-Zellen-Panels erlauben eine Ladekapazität von ca. 400 Panels, d.h. ca. 12-13 Paletten, je nach Größe der zu transportierenden Solarmodule. 72-Zellen-Module ermöglichen eine Ladekapazität von ca. 290 Modulen, d. h. ca. 9-10 Paletten mit Solarmodulen.  

Der 40″-Container ist für “Sammelgut”-Aufträge empfehlenswert. Für 60-Zellen-Module können 896 Paneele, verteilt auf 28-29 Paletten, transportiert werden. Für 72-Zellen-Module passen 716 Stück, verteilt auf 24-25 Paletten, in einen Container.  

Der High Cube 40″-Container ist das Mastodon der Container, da viele von ihnen bis zu 45″ erreichen. Er hat die gleichen Eigenschaften wie 20″- und 40″-Container, mit dem Unterschied, dass er höher ist, was dem FF erlaubt, eine größere Bestellung in den Container zu laden.   

Schutz der Solarmodule während des Transports  

Stellen Sie sicher, dass die folgenden Schritte befolgt werden, um die Solarmodule während des Transports vor Schäden zu schützen:  

Untersuchen Sie das Solarmodul vor dem Transport auf offensichtliche Schäden.  

  • Legen Sie die Sonnenseite (Vorderseite) auf die Palette.  
  • Legen Sie Schaumstoffpolster um den Rahmen des Solarmoduls.  
  • Legen Sie das letzte Solarmodul mit der Sonnenseite nach oben.  
  • Fügen Sie Bänder in der Nähe der Ecken und nicht mittig an!  
  • Decken Sie die gesamte Sendung mit Folie ab (mindestens 35 Windungen bei größeren Sendungen).  

Dokumentation und verwendete Begriffe beim Transport von Solarmodulen  

Bevor Sie mit der erfolgreichen Abwicklung von Transporten beginnen, gibt es einige Dinge, die Sie kennen sollten. Im Folgenden stellen wir Ihnen wichtige Punkte vor, die Sie bei der Organisation der Solarmodul-Logistik beachten sollten.  

Versanddokumente  

Es gibt bestimmte Frachtdokumente, mit denen Spediteure vertraut sein müssen. Darunter zählen ein Akkreditiv, ein Ursprungszeugnis, eine Handelsrechnung, ein Frachtbrief und eine Packliste. Selbst ein scheinbar kleiner Fehler beim Ausfüllen der Papiere kann zu erheblichen Versandverzögerungen führen und damit die Lieferkette unterbrechen.  

  • Frachtbrief 

Hierbei handelt es sich um eine Art Frachtdokument, das als Vertrag zwischen dem Eigentümer der Fracht und dem Versender fungiert. Die Angaben zum Exporteur und Importeur müssen ausgefüllt werden, einschließlich verschiedener Informationen wie die Anzahl der Packstücke, die Liste der Waren, das Ankunfts- und Abfahrtsdatum, der Bestimmungs- und Abfahrtshafen sowie die Namen des Empfängers und des Absenders. Weitere Angaben, die gemacht werden müssen, sind Frachtbetrag und -rate, Volumen und Gewicht der Fracht sowie Anzahl und Markierungen auf den Packstücken.  

  • Packliste  

Dies ist ein weiteres Dokument, das Spediteure mitbringen müssen, wenn sie Fracht per Seefracht versenden. Es enthält detaillierte Informationen über die zu versendende Ware wie zum Beispiel Wert, Volumen und Gewicht.  

  • Handelsrechnung  

Alle Transaktionen, die einen Export oder Import beinhalten, müssen von einer Handelsrechnung begleitet werden, die eine Form des Verkaufsnachweises ist. Sie sieht zwar aus wie eine Standardrechnung, muss aber auch Informationen wie Schifffahrtsgesellschaft, Finanzinstitut, Spediteur sowie Exporteur und Importeur enthalten. Zu den Gründen für die Verwendung einer Handelsrechnung gehören die einfache Nachverfolgung des Verbleibs der Fracht und die Verringerung von Versandverzögerungen.  

Incoterms  

Incoterms sind Versandbedingungen, die die Parameter für internationale Sendungen festlegen. Die gängigsten Incoterms in der Solarbranche sind CIF (Cost Insurance and Freight), FOB (Free On Board), Ex Works und DAP (Delivery At Place).  

  • CIF (Kosten der Versicherung und Fracht)  

Cost, Insurance and Freight (CIF) ist ein Preis, den ein Verkäufer zahlt, um die Kosten, die Versicherung und die Fracht einer Bestellung des Käufers zu decken, während sie sich auf dem Transportweg befindet. Die Ware wird zu einem im Kaufvertrag genannten Hafen exportiert. Bis die Ware vollständig auf ein Transportschiff verladen ist, trägt der Verkäufer die Kosten für den Verlust oder die Beschädigung der Ware. Darüber hinaus muss der Verkäufer die Kosten für zusätzliche Zölle, Exportpapiere, Inspektionen oder eine Umleitung der Ware tragen. Sobald die Fracht geladen ist, stehtd er Käufer für alle weiteren Kosten in er Verantwortung.  

  • FOB (Frei an Bord) 

Free on Board (FOB) ist ein Versandbegriff, der angibt, ob der Verkäufer oder der Käufer für Waren haftet, die beim Versand beschädigt oder zerstört werden. “FOB Versandstelle” oder “FOB Ursprung” bedeutet, dass der Käufer das Risiko trägt und das Eigentum an der Ware übernimmt, sobald der Verkäufer das Produkt versendet. In der Vergangenheit wurde “FOB” nur für Waren verwendet, die mit dem Schiff transportiert wurden. Inzwischen wurde der Begriff auf alle Transportarten erweitert.  

Für Buchhaltungszwecke sollte der Lieferant seinen Verkauf erst an der Stelle erfassen, an dem er sein Versanddock verlässt. “FOB-Ursprung” bedeutet, dass der Käufer die Transportkosten ab der Fabrik oder dem Lager bezahlt und das Eigentum an der Ware erwirbt, sobald sie den Ursprungsort verlässt. “FOB Bestimmungsort” bedeutet, dass der Verkäufer das Verlustrisiko behält, bis die Ware den Käufer erreicht.  

  • Werkseitig (Ab Werk – EXW) 

Der Begriff “Ab Werk” hat die Bedeutung, dass der Verkäufer die Ware zu liefern hat, sobald sie dem Käufer im Gebäude des Verkäufers oder an einem anderen dafür vorgesehenen Ort (z.B. Fabrik, Werk, Lager etc.) zur Verfügung gestellt wird. Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, die Ware auf ein Sammelfahrzeug zu verladen oder die Produkte zur Ausfuhr freizumachen.  

  • DAP (Lieferung am Ort)  

Bei einer Lieferung auf DAP-Basis ist der Verkäufer für die Anlieferung der Ware einschließlich der Transportkosten bis zum benannten Bestimmungsort des Käufers verantwortlich. Die Kosten für die Erledigung aller notwendigen importierten Formalitäten sind ausdrücklich ausgeschlossen. Der Käufer trägt lediglich die Kosten für die Einfuhr der Ware und die Entladung der Sendung nach Eintreffen am gewünschten Bestimmungsort.  

Was ist zu wählen?  

Basierend auf dem von Ihnen gewählten Incoterm können Sie den Warentransport vom Lieferanten zu folgenden Orten abwickeln lassen:  

  • keinen weiteren Ort als die Fabrik/den Hersteller (Ab Werk) 
  • einen nahegelegenen Hafen in China, also FOB (Frei an Bord) 
  • zu einem nahegelegenen Hafen in Ihrem Land, also CIF (inklusive Seeversicherung)  
  • den ganzen Weg zu Ihrem Werk, also DAP/DDU (ohne Zoll und Steuern)  

Wenn Sie Preise von mehreren Anbietern vergleichen, achten Sie darauf, dass sie auf der gleichen Laufzeit basieren. Wenn z. B. Verkäufer A ein Angebot EXW (Ab Werk) $5/Stück und Verkäufer B ein Angebot FOB $5,5/Stück macht, bedeutet das nicht, dass der Preis von Verkäufer B nicht wettbewerbsfähiger ist als der von Verkäufer A.  

Selbst Anbieter von “To-Door”-Dienstleistungen bieten im Gegensatz zu Paketzustellern (FedEx, UPS usw.) in der Regel nur einen “Dock-to-Dock”-Service oder eine Lieferung an der Bordsteinkante an, bei der der Fahrer die Fracht nicht berührt. Dies wird als “Dock to Dock” oder “Versender lädt ein / Empfänger entlädt” bezeichnet. Die Zustellung an Wohnhäuser oder innerhalb von Gebäuden ist mit zusätzlichen Gebühren verbunden.  

HS-Codes  

Beim grenzüberschreitenden Versand von PV-Solarmodulen muss der Spediteur den Zoll über die Art der zu versendenden Waren informieren. Dies geschieht mit HS-Codes. Das harmonisierte System ist eine standardisierte numerische Methode zur Klassifizierung von gehandelten Produkten. Es wird von den Zollbehörden auf der ganzen Welt zur Identifizierung von Produkten bei der Festsetzung von Zöllen und Steuern sowie zur Erstellung von Statistiken verwendet.  

Es gibt viele Möglichkeiten wie HS-Codes von Regierungen verwendet werden, einschließlich der Frachttarife, der interne Steuern und die Quotenkontrolle.  

Es ist wichtig, die HS-Codes für die jeweiligen Solarprodukte zu kennen, damit der Spediteur oder der Ansprechpartner beim Zoll, das importierende Unternehmen über die aktuellen Tarife informieren kann, die die Kosten der Sendung drastisch beeinflussen können.  

Zertifikate für Photovoltaik-Module in der EU  

Es gibt zwei Gruppen von Elementen in einem Photovoltaik-Panelsystem: die Stromversorgung (Zähler, Wechselrichter, DC-Trennschalter) und das Panel. Hierunter fallen die Anschlüsse, die Befestigung und die Tracker. Der Importeur sollte sicherstellen, dass alle diese Komponenten den Anforderungen des Marktes der Europäischen Union entsprechen.  

Das wichtigste europäische Dokument, das das Inverkehrbringen von Photovoltaik-Paneelen regelt, ist die Verordnung (EU) Nr. 305/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2011. Sie legt abgestimmte Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten fest. Photovoltaik-Paneele sind unter Code 20: “Metallische Bauprodukte und Zubehör” in Anhang IV aufgeführt.  

Die Verordnung besagt, dass Produkte wie Solarmodule eine CE-Kennzeichnung haben müssen. Das bedeutet, dass auch die Konformitätserklärung erforderlich ist.  

Nach der Richtlinie 2012/19/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE) sollten Module mit einem durchgestrichenen Abfallbehälter gekennzeichnet werden.  

Ein weiterer Vorteil ist die Norm ISO 9050, die die Methoden zur Bestimmung des Licht- und Energiedurchlasses von Sonnenstrahlung für Verglasungen in Gebäuden festlegt.  

Generell müssen Sie bei Produkten, die für den EU-Markt bestimmt sind, prüfen, ob die Ware unter harmonisierte Normen fällt. Wenn Ihre Bauprodukte nicht vollständig abgedeckt sind, sollte eine Europäische Technische Bewertung (ETA) erstellt werden. Die ETA ist die Grundlage für eine Leistungserklärung des Herstellers, die wiederum die Anbringung der CE-Kennzeichnung ermöglicht. Achten Sie auf die gefälschten CE-Kennzeichnungen.  

Zollabgaben auf Solarmodule  

Zollabgabe 

Die Zahlung von Zollgebühren ist eine der vielen Verpflichtungen des Importeurs. Zollcodes und Zollsätze finden Sie in den Tarifsystemen – TARIC (Integrierter Tarif der Europäischen Gemeinschaften) im Falle von Importen in die EU.  

Laut TARIC beträgt der Zollsatz für lichtempfindliche Halbleiterbauelemente, einschließlich Photovoltaikzellen, unabhängig davon, ob sie in Modulen montiert oder zu Paneelen zusammengesetzt sind, Leuchtdioden des Codes 8541409000, 0%.  

Ein solch attraktiver Zoll macht den Import von Photovoltaik-Modulen in die Europäische Union profitabel.  

Anti-Dumping-Zölle  

Die EU hat Ende 2012 eine Untersuchung eingeleitet. Die Mindestimportpreise (MIP) wurden von der EU zunächst im Dezember 2013 auf chinesische Solarwaren verhängt und im März 2017 um weitere 18 Monate verlängert. Der Grund hierfür war, dass die EU-Solarhersteller Probleme hatten, mit chinesischen Unternehmen zu konkurrieren, die angeblich von einer unfairen staatlichen Unterstützung profitierten.  

Nach der Einführung dieser Antidumpingmaßnahmen durften chinesische Hersteller von Solarmodulen Solarprodukte in Europa zollfrei verkaufen, wenn sie dies zum oder über dem MIP taten. Wenn sie für weniger als den vorgesehenen MIP ihre Ware verkauften, wurden sie mit Zöllen von bis zu 64,9 Prozent belegt.  

Am 3. September 2018 beschloss die Europäische Union, die seit fünf Jahren bestehenden Beschränkungen für Solarpanel-Importe aus China aufzuheben. Wie beabsichtigt, hat die Europäische Kommission die Regeln für Mindestimportpreise (MIP) aufgehoben.  

Die Hoffnungen, die mit der Abschaffung dieser protektionistischen Maßnahmen verbunden sind, sind laut der Europäischen Kommission:  

  • Die Erhöhung der Versorgung der Europäischen Union mit erneuerbaren Energien.  
  • Die Wiederherstellung des EU-China-Handels mit Photovoltaik Produkten zu einem normalen Marktzustand, der ein stabileres Geschäftsumfeld zwischen den beiden Seiten bietet.  
  • Ein Schritt vorwärts im Umgang mit dem Klimawandel, da China weiterhin mit der Europäischen Union zusammenarbeiten wird, um den Kohlenstoffausstoß zu bekämpfen und den globalen Freihandel voranzutreiben.  

Als “Wendepunkt” für die europäische Solarindustrie symbolisiert die Aufhebung der Preiskontrollen für chinesische Solarpaneele einen heiklen Balanceakt zwischen den Interessen der EU-Hersteller und der Importeure, die auf eine Senkung der Kosten für die Solarstromerzeugung drängen.  

Der Einsatz von Zolllagern (Bonded Warehouses)  

Ein Zolllager oder Zollverbindung ist ein Gebäude oder ein anderer gesicherter Bereich, in dem zollpflichtige Waren gelagert, manipuliert oder hergestellt werden können, ohne dass Zölle gezahlt werden müssen. Während sich die Waren im Zolllager befinden, können sie unter Aufsicht der Zollbehörde durch Reinigen, Sortieren, Umpacken oder anderweitige Veränderung ihres Zustands durch Verfahren, die nicht der Herstellung gleichkommen, manipuliert werden. Nach der Manipulation und innerhalb der Lagerzeit können die Waren ohne Zahlung von Zollgebühren ausgeführt werden. Zudem können sie auch zum Verbrauch entnommen werden, wobei der Zollsatz zu zahlen ist, der für die Waren in ihrem manipulierten Zustand zum Zeitpunkt der Entnahme gilt.  

PV-Unternehmen, die eine bequeme und kosteneffiziente Lösung für das Lieferkettenmanagement suchen, erhalten oft die gewünschten Ergebnisse durch einen externen Logistikpartner. Unternehmen, die in neue Märkte im Ausland expandieren möchten, können ebenfalls stark von den globalen Lager- und Distributionsdiensten Dritter profitieren.  

Berechnung der Landed Costs bei Importen aus China  

Landed Cost bezieht sich auf die Gesamtkosten für ein Produkt (eine Sendung), die man vom Lager/Hersteller des Verkäufers bis zum Lager/zur Einrichtung des Käufers zahlen muss.  

Hierbei wird eine Liste benötigt, die verschiedene Komponenten mit aufführt. Hierunter fallen die ursprünglichen Kosten des Artikels, die Inspektionsgebühren, alle Makler- und Logistikgebühren, die vollständigen Versandkosten, die Zölle, die Steuern, die Versicherung, die Währungsumrechnung, die Kistenkosten, die Bankgebühr und die Kosten der zu ermittelnden Bearbeitungsgebühren. 

Nicht alle diese Komponenten sind in jeder Sendung enthalten, müssen aber als Teil der Gesamtkosten betrachtet werden.  

Landed Cost = EXW/FOB + To-Door-Fracht + Zollgebühren  

  • EXW/FOB, zu zahlen an den Verkäufer/Lieferanten  
  • To-Door-Fracht, zu zahlen an den Spediteur  
  • Zollgebühren, die an den Zoll zu zahlen sind (über den Zollmakler)  

Frachtkosten – Seefrachtraten  

Die allgemeine Seefrachtrate beinhaltet die Basisrate und Zuschläge. Sie beinhaltet jedoch keine Zollabfertigung, Hafengebühren auf beiden Seiten, Zölle, Steuern und andere verschiedene Gebühren.  

Alle internationalen Sendungen unterliegen den Bestimmungsgebühren:  

  • Zollgebühren des Bestimmungslandes (d. h. Zölle/Steuern)  
  • Bearbeitungsgebühr des Zielhafens/Terminals (z. B. THC)  
  • Vermittlungsprovision (z. B. D/O)  

Die internationale Schifffahrtsbranche und ihre Frachtraten sind immer volatil. Es gibt eine Vielzahl von Variablen, die dabei eine Rolle spielen. Im Folgenden werden die 5 wichtigsten aufgelistet.  

Bunkerschwankungen 

Bunkertreibstoff stellt für Rohöltankschifffahrtsunternehmen einen erheblichen Kostenfaktor dar. Eng mit den Ölkosten verbunden, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den Ölkosten und den Kosten für Bunkertreibstoff und damit letztlich den Frachtkosten. Wenn die Ölpreise auf den internationalen Märkten steigen und fallen, hat dies direkte Auswirkungen auf die Frachtraten. Die Volatilität der Ölpreise korreliert mit den schwankenden internationalen Seefrachtkosten.  

Jahreszeiten  

Bei vielen Gütern, insbesondere bei Kühltransporten, spielt die Jahreszeit bei den Transportkosten eine große Rolle. Einige Güter werden in der Hochsaison aufgrund von Nachfrage- und Angebotsveränderungen teurer verschifft. Schlechtes Wetter kann dazu führen, dass viele kleinere Schiffe angedockt werden, wodurch das Angebot sinkt, während die Nachfrage steigt. Dies treibt die Transportkosten in die Höhe. 

Gebühren und Serviceentgelte  

Terminalgebühren werden sowohl am Einschiffungsort als auch am Bestimmungsort erhoben. Während des Konkurses von Hanjin saßen viele ihrer Schiffe auf See fest, weil das Unternehmen nicht in der Lage war, die Terminalgebühren zu bezahlen. Servicegebühren können alle zusätzlichen Gebühren sein, die von den Hafenbehörden erhoben werden.  

Währungsschwankungen  

Der US-Dollar ist die gängige Währung für internationale Transaktionen, jedoch schwanken die Wechselkurse täglich. Diese Schwankungen können eine Grundlage für schwankende Seefrachtraten sein.  

Container-Kapazität  

Schiffscontainer sind für den Betrieb bei maximaler Kapazität ausgelegt. Sollte der Container nicht die optimale Kapazität erreichen, kommen “Skaleneffekte” ins Spiel, bei denen der Verlader für die Kosten des leeren Teils des Containers verantwortlich ist, obwohl die Menge der tatsächlich verschifften Güter geringer ist als das, was in den Container passt. Deshalb ist es wichtig, eine möglichst 100%ige Containerauslastung zu erreichen.  

Laut dem CEO von BTS Logistics sind die Seefrachtkosten im Moment aufgrund sowohl von fehlendem Equipment wie auch von weniger fahrenden Schiffen und der jüngsten Überlastung des Suezkanals überhöht.  

Wie lange – Transitzeit  

Die geschätzte Transitzeit (ETT) ist die Zeit zwischen der geschätzten Abfahrtszeit am Ursprungsort (ETD) und der geschätzten Ankunftszeit am Zielort (ETA).  

Für Seefrachttransporte aus China gibt es nur eine sehr grobe Vorstellung, die unten dargestellt ist. Sie können den Zeitplan jeder Reederei als Referenz finden. 

Westeuropa 25 days 
Nordeuropa 30 days 
Südeuropa 27 days 
Lieferzeiten

Bitte beachten Sie, dass es je nach Lade- und Zielhafen sowie verschiedenen Spediteuren zu Abweichungen von 5 bis 10 Tagen in der Transportpraxis kommen kann.  

ETDs und ETAs werden vom Seefrachtführer nie garantiert und können sich jederzeit ändern. Bedenken Sie auch, dass es bis zu 7 Tage dauern kann, bis die Ladung im Ladehafen verladen ist. Das Gleiche gilt für den Bestimmungshafen, eine Woche oder mehr für die Entladung und den Versand muss eingeplant werden.  

Bei Ankunft – Abfertigung und Abholung  

Die Waren dürfen nur vom Eigentümer, Käufer oder einem vom Käufer benannten lizenzierten Zollagenten eingeführt werden. Normalerweise wird der Empfänger innerhalb von 5 Tagen oder weniger nach Ankunft im Hafen von dem auf dem B/L aufgeführten Lieferagenten per Ankunftsanzeige benachrichtigt.  

Mehrere Dokumente müssen beim Zoll eingereicht werden, bevor Ihre Sendung im Hafen eintrifft. Der Zoll verlangt auch eine frühere Anmeldung (ENS für Europa), nur für Seefracht.  

Der Empfänger ist dann dafür verantwortlich, die Einreisedokumente beim Zoll einzureichen und für die Zahlung aller Zölle, Steuern und anderer Gebühren zu sorgen. Schließlich ist es an der Zeit, die Ware vom Entladehafen selbst oder durch eine Spedition abzuholen und anzuliefern.  

So wird ein Zollbeamter Ihre Sendung verarbeiten:  

  1. Prüfen Sie Ihre Papiere.  
  2. Feststellen, ob Zölle anfallen.  
  3. Beantragen Sie die Zahlung der Zölle.  
  4. Nach Bestätigung der Zahlung geben Sie die Sendung zur Abholung frei.  

Wenn es kein Problem gibt, wird die Seefracht in der Regel innerhalb von 1 oder 2 Tagen nach Anlegen des Schiffs im Hafen abgerechnet.  

Sie könnten von einer stichprobenartigen Inspektion/Prüfung überrascht werden. Nicht-intrusive Inspektionen sind ziemlich schnell, aber eine intensive Prüfung kann mehr als eine Woche dauern. Nicht-intrusive Inspektionen kosten in größeren Häfen ca. $275, hingegen eine intensive Prüfung ca. $800, ohne Transport- und Lagerkosten Dritter kostet.  

Die Abfertigung beinhaltet die Vorbereitung und Einreichung der erforderlichen Papiere bei der Behörde. Das ist ziemlich kompliziert und Sie sollten sich wahrscheinlich lieber einen Zollmakler zur Unterstützung suchen. Eine reibungslose Abfertigung kann Ihnen helfen, weitere unnötige Festhalte- und Liegegebühren zu vermeiden.  

Transport an Land  

Der letzte Teil der Reise Ihrer Solarmodule besteht darin, sie an den endgültigen Bestimmungsort zu transportieren. Dies geschieht normalerweise auf dem Landweg. Um die Sicherheit dieses letzten Prozesses zu gewährleisten, sollten Sie ein Transportunternehmen beauftragen, das sich auf den Transport von Solarmodulen spezialisiert hat und dafür sorgt, dass die notwendigen Verfahren und Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden:  

  • Beladen des LKWs  
  • Transit  
  • Entladen und Auspacken  

Fazit  

Der Versand von Solarmodulen ist eine einzigartige Art der Logistik, die ein fachkundiges Auge und eine breite Palette an professionellen Fähigkeiten und Kenntnissen erfordert, um einen solchen Mammutauftrag erfolgreich abzuschließen.  

Es ist wichtig, bei der Auswahl des richtigen Speditionspartners etwas Zeit zu investieren. Viele Menschen, die in der Branche arbeiten, stehen fast täglich mit ihrem Logistikunternehmen in Kontakt.  

Ein direkter Draht zu den Logistikexperten erspart Importeuren in Zukunft viel Zeit und Ärger, denn sie können über die neuesten Vorschriften, Einfuhrzölle und die schnellsten oder günstigsten Routen beraten. Ein Spediteur spielt eine große Rolle im Prozess des Imports von Solarmodulen aus China in die EU, daher sollte er sehr sorgfältig ausgewählt werden. 

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