Steigende Rohstoffpreise – Preisentwicklung von Solarmodulen in 2021

Auch in diesem Jahr können wir beobachten, dass die Preise für jegliche Arten von Solarprodukte stetig ansteigen. Dieser Preisanstieg ist auf teurere Rohstoffpreise zurückzuführen. Laut Martin Schachinger können drei bis vier Preiserhöhungen innerhalb der letzten 6 Monate verzeichnet werden. Ein Ende von stetig ansteigenden Rohstoffpreise wäre jedoch noch lange nicht in Sicht.  

Uns stellt sich daraufhin natürlich die Frage, warum auch in diesem Jahr die Preise stetig ansteigen und welche Auswirkungen dies eigentlich auf die Zukunft des Solarindustriemarktes hat. Diese und einige weitere Fragen wollen wir in diesem Artikel beantworten.  

Solarmodulpreise steigen in China und ganz Europa stetig – Jinko Solar und Canadian Solar berichten 

Auch namhafte Hersteller wie Jinko Solar und Canadian Solar stellen kritische Analysen bezüglich der einzelnen Preiserhöhungen auf. Dany Qian, Vizepräsidentin des chinesischen Solarmodulherstellers JinkoSolar berichtete, dass die Preise von PV-Modulen innerhalb Chinas in den letzten Wochen um bis zu 15 % angestiegen sind. Zudem ist zu erwarten, dass dieser Prozentsatz sich in den kommenden Wochen weiterhin erhöht. Laut Qian hängt ein solcher Preisanstieg von unterschiedlichen Faktoren ab. Folgende Faktoren werden hierbei von ihr benannt: 

  • Verknappung des Angebots von Modulrahmen und Rohstoffen wie zum Beispiel Polysilizium, Glas und Silber 
  • Mangel an Fertigungskapazitäten  
  • Aufbau weiterer Fabriken und Produktionslinien von Rohstoffherstellern, welche viel Zeit in Anspruch nehmen 
  • kontinuierlichen Abfall des US-Dollars, aufgrund verschiedener Konjunkturmaßnahmen zur Linderung der öffentlichen Not während der Pandemie 

Auch Canadian Solar gab an, dass die Preise für Polysilicim um 25 % gestiegen sind. Nicht nur der US-Dollar verliert an Wert, sondern auch andere Währungen wie beispielsweise der Euro und der japanische Yen. Yan Zhuang, Präsident von Canadian Solar betont, dass dieser Abfall der eigenen Marge extrem schadet. Canadian Solar konnte die hohen Preise dennoch durch eine Kostenteilung mit Kunden und Partnern gut abfangen. Zudem hebt Zhuang optimistisch hervor, dass zwar auch hier weiterhin mit steigenden Rohstoffpreisen gerechnet wird, jedoch die Preise für Solarglas nun anfangen zu sinken und erste Anzeichen für eine Normalisierung der Versandkosten zu verzeichnen sind. 

Neben den von beiden Herstellern aufgeführten Faktoren zur stetigen Kostenerhöhung spielten jedoch noch weitere Gegebenheiten eine große Rolle. Hierunter fällt vor allem auch die weltweit andauernde Corona Pandemie. Innerhalb der einzelnen Lockdown Phasen wurde auch die Solarindustrie nicht von Lieferengpässen verschont. Vor allem waren hierbei Rohstoffe wie Polysilizium in PV-Glas von betroffen. Während des letzten Jahres brachten einzelne namenhafte Hersteller Hochleistungsmodule auf den Markt. Im Jahr 2020 wurden mehr als 100 GW an neuer Kapazität installiert. Allein China installierte rund 48 GW. Hier konnte ein Anstieg von 60 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr 2019 verzeichnet werden. Einzelne Entwickler planen, die Kapazität im Jahr 2021 weltweit mindestens um 15 % zu erhöhen. Sobald Solarenergie ohne Subventionen wettbewerbsfähig wird und diese sich auf Projektpläne auswirken könnten, steigen auch hier die Modulkosten.  

Auswirkungen von stetig steigenden Rohstoffpreisen auf die Zukunft der Solarindustrie 

Wir haben nun festgestellt, dass ein stetiger Preisanstieg der Rohstoffe und der daraus resultierenden Solarmodule zur momentanen Zeit nicht aufhaltbar ist. Jetzt stellt sich jedoch die Frage, was für Auswirkungen eigentlich ein stetig steigender Rohstoffpreis auf die Zukunft der Solarindustrie hat? Dies wollen wir uns nun einmal genauer anschauen.  

Laut eines Artikels im PV-Magazin vom 23. Februar 2021 ist zu befürchten, dass die stetig steigenden Preise zu einem Umdenken bei Modulherstellern führen könnte. Hierbei wird erwartet, dass einige Hersteller nach Alternativen suchen könnten oder zu mindestens den Silberverbrauch bei der Metallisierung von Solarzellen reduzieren. Eine Alternative könnte hierbei eine Kupfer-Nickel-Legierung darstellen, bei dieser es jedoch lange dauern könnte, bis sie wirklich bestandskräftig ist. Generell muss diese Silberknappheit die PV-Industrie nicht stören, so lange die Bemühungen zur Reduzierung des Metallgehalts in Solarmodulen weitergehen. In einer Studie aus dem Frontiers Energy Research Magazin betont der Forscher Samuele Lo Piano und seine Wissenschaftskollegen, dass die Industrie bei einem plötzlichen Anstieg des Silberpreises verschiedene Möglichkeiten hätte, den Silbergebrauch auf 0 zu reduzieren. Jedoch stellt sich hierbei die Frage, wie schnell eine solche Umsetzung erfolgen könnte. Zudem ist anzumerken, dass die Silberverarbeitung in den letzten Jahren grundsätzlich reduziert wurde. In einem im Juni 2018 veröffentlichten Bericht hatte ein Analyst aufgezeigt, wie die von der Photovoltaik-Industrie benötigte Silbermenge von 130 Milligramm pro Zelle im Jahr 2016 auf etwa 65 Milligramm im Jahr 2028 sinken könnte. Laut einer aktuellen Studie der University of Kent macht Silber etwa 6,1 Prozent der gesamten Produktionskosten für Solarmodule aus. Laut BloombergNEF macht das Metall etwa 4,7 Prozent der Kosten für ein Modul aus. 

Weiterhin wird befürchtet, dass sich die steigenden Rohstoffpreise innerhalb Chinas auch nach Übersee ausbreiten könnten.  

Kostensenkungsziele in den USA 

Laut eines Artikels der Argusmedia Group könnte Solarenergie bis 2035 30-50 Prozent der US-Stromversorgung ausmachen. Aufgrund der hieraus resultierenden Kosten hat das US-Energieministerium (DOE) das Kostensenkungsziel innerhalb der nächsten 10 Jahre auf 60% gesetzt. Zudem stellen Sie der heimischen Industrie eine Finanzierung in Höhe von 128 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Hiermit sollen Ausrüstungskosten gesenkt und der Einsatz generell beschleunigt werden. Konkreter haben Sie sich zum Ziel gesetzt, die Kosten bis 2025 auf 3¢/kWh und bis 2030 auf 2¢/kWh zu senken. Folgende Tabelle stellt die einzelnen Finanzierungssektoren dar. 

Finanzierungssektor Finanzierung in US-Dollar 
Entwicklung von Dünnschicht-Cadmiumtellurid (CdTe)-Modulen als Alternative zum Silizium  20 Mio. US-Dollar 
22 Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Entwicklung der Perowskit-Technologie unter Verwendung von leichtem Calciumtitanoxid oder ähnlichen Verbindungen, die effizienter sind und weniger kosten als kristallines Silizium 40 Mio. US-Dollar 
Bereitstellung von Projekten zur Verbesserung von siliziumbasierten PV-Systemkomponenten, um die Lebensdauer von etwa 30 Jahren auf 50 Jahre zu verlängern. Energie- und Abfallkosten sollen hierdurch gesenkt werden.  7 Mio. US-Dollar 
Finanzierungssektoren

Fazit 

Wir mussten nun feststellen, dass ein Preisanstieg von Rohstoffen in der Photovoltaik Branche in nächster Zeit kaum aufhaltbar und vermeidbar ist. Vor allem die Corona Pandemie spielte hierbei eine wesentliche Rolle. Jedoch ist es möglich mit solch einem Preisanstieg in Hinblick auf die Zukunft nachhaltig umzugehen. Die Kostensenkungsziele der USA stellen hier einen Pfeiler in die richtige Richtung.  

Quellennachweise 

Emiliano Bellini – PV-Magazin; Solar modules prices rose by up to 15% in China, Jinko’s vice president says; 03.03.2021; https://www.pv-magazine.com/2021/03/03/solar-modules-prices-rose-by-up-to-15-in-china-jinkos-vice-president-says/  

Emiliano Bellini – PV-Magazin; Rising prices may push PV industry away from silver; 23.02.2021; https://www.pv-magazine.com/2021/02/23/rising-prices-may-push-pv-industry-to-move-away-from-silver-use/ 

PVTECH; Raw material shortages causing solar module bidding prices to rise in China; 12.03.2021; https://www.pv-tech.org/raw-material-shortages-causing-solar-module-bidding-prices-to-rise-in-china/  

Nicole Willing; Raw material shortages causing solar module bidding prices to rise in China; 29.03.2021, https://www.argusmedia.com/en/news/2200464-rising-input-prices-halt-longterm-drop-in-solar-costs

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